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D4rkst3randClaude Opus 5 9727eae0f5 docs: Einbruch in den Gitea vom 12.08.2026 -- Hergang, Messwerte, Reparatur
Kein Ausfall, kein Datenverlust, kein laufender Schadcode -- aber ein echter
Schreibzugriff von aussen.

Um 21:13:56 rief jemand /api/internal/manager/add-logger auf, legte einen
Datei-Logger auf die .gitconfig, liess die Nutzlast als Logzeile hineinschreiben
und entfernte den Logger eine Sekunde spaeter wieder. Eingeschleust war ein
packObjectsHook, der bei JEDEM Klonen einen Monero-Miner nachgeladen und per
crontab verankert haette.

WARUM TROTZDEM NICHTS LIEF: die Nutzlast beginnt mit "[uploadpack]\n", wobei
das \n als TEXT in der Datei steht statt als Umbruch. Git bricht mit "bad
config line 23" ab, der Hook wurde nie gueltig. Nachgemessen: kein Prozess,
keine Datei, keine crontab-Zeile, nichts in den Repos, kein Docker-Socket im
Container, keine fremden Konten oder Token. Der einzige Schaden war, dass alle
Git-Operationen ausfielen -- daran ist es aufgefallen.

DER WEG HINEIN: Gitea lag mit 0.0.0.0:3000 direkt im Internet, am Proxy vorbei.
Damit war /api/internal/* von aussen erreichbar, geschuetzt nur durch das
INTERNAL_TOKEN. Woher der Angreifer es hatte, liess sich NICHT klaeren -- es
steht in keinem Repo, und RDP war es nicht (2756 Fehlversuche in 14 Tagen, aber
alle 33 erfolgreichen Anmeldungen von der IP des Betreibers). Genau deshalb ist
die Antwort nicht "Token tauschen", sondern den Weg zumachen.

GEAENDERT: .gitconfig gesaeubert; Port 3000 gar nicht mehr veroeffentlicht; NPM
haengt jetzt mit in gitea_default und spricht gitea:3000 an (dafuer musste der
nginx-Resolver auf Dockers DNS 127.0.0.11 umgestellt werden); INTERNAL_TOKEN
und SECRET_KEY getauscht (gefahrlos: 2FA und Anmeldequellen jeweils 0);
/api/internal/ gibt am Proxy 404; frisches Abbild statt des elf Tage alten.

Gegengeprueft: Port 3000 von aussen 000, /api/internal/ 404, git.d4rkst3r.de
200, LFS-Direktiven alle drei erhalten, Push geht beim ersten Versuch, Repos
identisch mit den lokalen Klonen.

DIE LEHRE: der offene Port war nie noetig -- der Proxy haette von Anfang an
uebers interne Netz gehen koennen. Und aufgefallen ist es nicht, weil etwas
ueberwacht wurde, sondern weil der Angreifer geschludert hat. Haette er sein \n
richtig gesetzt, liefe der Miner noch.

Co-Authored-By: Claude Opus 5 <noreply@anthropic.com>
2026-08-13 00:13:31 +02:00

5.4 KiB

Einbruch in den Gitea, 12.08.2026

Kein Ausfall, kein Datenverlust, kein laufender Schadcode — aber ein echter Schreibzugriff von außen. Das hier ist der Hergang, so wie er gemessen wurde, und was daraus geändert wurde.

Was passiert ist

21:13:56   POST /api/internal/manager/add-logger        -> 200 OK
21:13:57   POST /api/internal/manager/remove-logger/... -> 200 OK
21:13:57   /data/gitea/home/.gitconfig neu geschrieben

Der Angreifer hat über Giteas interne Manager-API einen Datei-Logger auf die .gitconfig gelegt, seine Nutzlast als Logzeile hineinschreiben lassen und den Logger eine Sekunde später wieder entfernt. Der Vorgang räumt hinter sich auf; ohne den Nebeneffekt wäre er unbemerkt geblieben.

Eingeschleust wurde ein packObjectsHook — ein Kommando, das Git bei jedem upload-pack (also bei jedem Klonen und Ziehen) ausführt. Dekodiert:

  • lädt xmrig von 111.90.158.58 bzw. 111.90.139.202
  • tarnt ihn als /var/tmp/.gt_sys_health mit Konfiguration daneben
  • schürft gegen gulf.moneroocean.stream:443/:80, Worker-ID gitea, Wallet 89wM69z64AMhAKAY…
  • verankert sich per crontab (*/3 * * * * und @reboot) und /etc/cron.d/gt_sys
  • killt konkurrierende Miner und eigene Altfassungen

Warum trotzdem nichts lief

Die Nutzlast hat sich selbst zerschossen. Die eingeschleuste Zeile beginnt mit [uploadpack]\n — wobei das \n als Text in der Datei steht und nicht als Zeilenumbruch. Git kann die Datei damit nicht lesen, bricht mit fatal: bad config line 23 ab, und der Hook wurde nie gültig.

Nachgemessen, im Container wie auf dem Wirt:

Befund
Miner-Prozess keiner
/var/tmp/.gt_*, /tmp/.gt_* nichts
crontab, /etc/cron.d unverändert
Nutzlast in Repos keine
Docker-Socket im Container nicht gemountet — kein Ausbruch auf den Wirt
Gitea-Konten eines, das eigene
Fremde Token oder SSH-Schlüssel keine

Der einzige Schaden war, dass alle Git-Operationen ausfielen — inklusive der Pushes aus diesem Projekt. Der Angriff ist nur daran aufgefallen.

Der Weg hinein

Gitea lag mit 0.0.0.0:3000 direkt im Internet, am Reverse-Proxy vorbei — http://88.218.224.10:3000/ antwortete mit 200. Damit war auch /api/internal/* von außen erreichbar; geschützt nur durch das INTERNAL_TOKEN.

Woher der Angreifer das Token hatte, ließ sich nicht klären. Es steht in keinem Repo, und RDP war es nicht (siehe unten). Bleibt eine Lücke in Gitea 1.26.4 oder ein Leck, das hier nicht sichtbar ist. Genau deshalb ist die Antwort nicht „Token tauschen", sondern den Weg zumachen.

RDP: beschossen, nicht geknackt

Cloudflare meldete offene RDP-Server. Nachgesehen im Sicherheitsprotokoll, 14 Tage:

2756 fehlgeschlagene Anmeldungen, verteilt auf viele IPs
  33 erfolgreiche von aussen -- alle von EINER IP, dem Anschluss des Betreibers

RDP war also nicht der Einbruchsweg. NLA ist aktiv. Trotzdem gehört der Zugang eingegrenzt — 2756 Versuche sind ein Dauerbeschuss.

Was geändert wurde

  1. .gitconfig gesäubert — die zwei vergifteten Zeilen raus, 22 Zeilen übrig. Git funktioniert wieder beim ersten Versuch.
  2. Port 3000 ist weg. Nicht auf localhost gebunden, sondern gar nicht mehr veröffentlicht. Von außen: keine Antwort.
  3. Der Proxy geht jetzt durchs interne Netz. NPM hängt zusätzlich in gitea_default und spricht gitea:3000 an. Dafür musste der nginx-Resolver auf Dockers eigenen DNS (127.0.0.11) umgestellt werden — der alte stammte noch aus der Zeit, als NPM nur im bridge-Netz hing.
  4. INTERNAL_TOKEN und SECRET_KEY getauscht. Gefahrlos hier, weil weder 2FA noch externe Anmeldequellen eingerichtet sind (beides nachgezählt: 0).
  5. /api/internal/ gibt am Proxy jetzt 404. Dritte Sperre: selbst wenn das Token erneut leckt, ist der Weg von außen zu. Gitea ruft diese Pfade nur containerintern über localhost.
  6. Frisches Abbild. Der Container lief elf Tage mit dem Stand von damals — gitea/gitea:latest heißt nicht, dass das Laufende aktuell ist.

Gegengeprüft, beides:

Port 3000 von aussen                   -> 000   (zu)
/api/internal/manager/add-logger       -> 404   (gesperrt)
https://git.d4rkst3r.de/               -> 200
https://git.d4rkst3r.de/api/v1/version -> 200
grosse Uploads (LFS): 3 von 3 Direktiven noch da
Push aus diesem Projekt: geht, beim ersten Versuch
Repos gegen die lokalen Klone: identisch

Was noch offen ist

  • Alle API-Token und Webhook-Geheimnisse als geleakt behandeln und tauschen: GITEA_TOKEN, das Token Claude, Devlog- und Gitea-Webhooks. Nicht weil ein Diebstahl belegt ist, sondern weil er nicht ausgeschlossen werden kann.
  • Admin-Passwort ändern.
  • RDP eingrenzen — siehe unten.
  • Beweise liegen unter C:\backup\vorfall-2026-08-12\: die vergiftete .gitconfig, die ursprüngliche app.ini, das vollständige Gitea-Log (24 MB) und die alte Compose-Datei.

Die Lehre, die über diesen Fall hinausgeht

Der offene Port war nie nötig. Der Proxy hätte von Anfang an über das interne Netz gehen können; die Veröffentlichung war Bequemlichkeit beim Einrichten. Sie stand elf Tage, und in dieser Zeit hat jemand sie gefunden.

Und: aufgefallen ist es nicht, weil etwas überwacht wurde, sondern weil der Angreifer geschludert hat. Hätte er sein \n richtig gesetzt, liefe der Miner noch — und die einzige Spur wäre eine erhöhte CPU-Last gewesen, die niemandem auffällt.