Die Statusseite war waehrend des Einbruchs die ganze Zeit gruen. Sie waere auch
gruen geblieben, wenn der Miner gelaufen waere. Es fehlte kein Bildschirm, auf
dem man es haette sehen koennen -- es fehlte etwas, das VON SICH AUS Bescheid
sagt. Deshalb kein Frontend, sondern zwei Pruefungen mit Meldeweg.
1. Ports, die auf allen Adressen lauschen, gegen einen hinterlegten Stand.
Port 3000 stand elf Tage offen; das haette am ersten Tag gemeldet werden
koennen. Dazu eine feste Liste heikler Ports, die auch dann warnt, wenn
der Zustand "schon immer so" war -- 3000 war auch schon immer so.
2. Pruefsummen ueber sshd_config, administrators_authorized_keys, beide
Compose-Dateien und Giteas app.ini und .gitconfig. Der Angriff WAR eine
Datei, die sich um 21:13:57 aenderte.
Gemeldet wird nur bei Aenderung, mit Merker in den Einstellungen. Ein Waechter,
der taeglich meckert, wird stummgeschaltet und ist dann schlechter als keiner.
VOR DEM EINRICHTEN AN BEIDEN FAELLEN BEWIESEN statt behauptet:
Testport 45999 geoeffnet -> "NEU offen: 45999"
Datei geaendert -> Meldung raus, HTTP 204
zurueckgestellt -> "Wieder in Ordnung (Merker geleert)"
Und er prueft zuerst, ob er ueberhaupt etwas sehen kann: findet er keine
Objekte, meldet er "ungueltig" statt "sauber". Das ist die Lehre aus zwei
Suchen in dieser Nacht, die genau das verwechselt haben.
Die Statusseite zeigt den Stand mit; meldet der Waechter sich zwei Stunden
nicht, ist DAS der Befund -- er laeuft alle 15 Minuten.
Im Bericht ausserdem nachgetragen: die Inventur von aussen (NPM-Verwaltung und
MariaDB standen offen, beide jetzt gesperrt), die abgeschalteten Ueberbleibsel
von Caddy und cloudflared, und zwei Irrtuemer von mir -- "Docker geht an der
Firewall vorbei" und "der MariaDB-root hat kein Passwort". Beide waren aus
Messungen geschlossen, die die Frage nicht beantworten konnten.
Co-Authored-By: Claude Opus 5 <noreply@anthropic.com>
10 KiB
Einbruch in den Gitea, 12.08.2026
Kein Ausfall, kein Datenverlust, kein laufender Schadcode — aber ein echter Schreibzugriff von außen. Das hier ist der Hergang, so wie er gemessen wurde, und was daraus geändert wurde.
Was passiert ist
21:13:56 POST /api/internal/manager/add-logger -> 200 OK
21:13:57 POST /api/internal/manager/remove-logger/... -> 200 OK
21:13:57 /data/gitea/home/.gitconfig neu geschrieben
Der Angreifer hat über Giteas interne Manager-API einen Datei-Logger auf
die .gitconfig gelegt, seine Nutzlast als Logzeile hineinschreiben lassen und
den Logger eine Sekunde später wieder entfernt. Der Vorgang räumt hinter sich
auf; ohne den Nebeneffekt wäre er unbemerkt geblieben.
Eingeschleust wurde ein packObjectsHook — ein Kommando, das Git bei jedem
upload-pack (also bei jedem Klonen und Ziehen) ausführt. Dekodiert:
- lädt
xmrigvon111.90.158.58bzw.111.90.139.202 - tarnt ihn als
/var/tmp/.gt_sys_healthmit Konfiguration daneben - schürft gegen
gulf.moneroocean.stream:443/:80, Worker-IDgitea, Wallet89wM69z64AMhAKAY… - verankert sich per
crontab(*/3 * * * *und@reboot) und/etc/cron.d/gt_sys - killt konkurrierende Miner und eigene Altfassungen
Warum trotzdem nichts lief
Die Nutzlast hat sich selbst zerschossen. Die eingeschleuste Zeile beginnt
mit [uploadpack]\n — wobei das \n als Text in der Datei steht und nicht
als Zeilenumbruch. Git kann die Datei damit nicht lesen, bricht mit
fatal: bad config line 23 ab, und der Hook wurde nie gültig.
Nachgemessen, im Container wie auf dem Wirt:
| Befund | |
|---|---|
| Miner-Prozess | keiner |
/var/tmp/.gt_*, /tmp/.gt_* |
nichts |
crontab, /etc/cron.d |
unverändert |
| Nutzlast in Repos | keine |
| Docker-Socket im Container | nicht gemountet — kein Ausbruch auf den Wirt |
| Gitea-Konten | eines, das eigene |
| Fremde Token oder SSH-Schlüssel | keine |
Der einzige Schaden war, dass alle Git-Operationen ausfielen — inklusive der Pushes aus diesem Projekt. Der Angriff ist nur daran aufgefallen.
Der Weg hinein
Gitea lag mit 0.0.0.0:3000 direkt im Internet, am Reverse-Proxy vorbei —
http://88.218.224.10:3000/ antwortete mit 200. Damit war auch
/api/internal/* von außen erreichbar; geschützt nur durch das
INTERNAL_TOKEN.
Woher der Angreifer das Token hatte, ließ sich nicht klären. Es steht in keinem Repo, und RDP war es nicht (siehe unten). Bleibt eine Lücke in Gitea 1.26.4 oder ein Leck, das hier nicht sichtbar ist. Genau deshalb ist die Antwort nicht „Token tauschen", sondern den Weg zumachen.
RDP: beschossen, nicht geknackt
Cloudflare meldete offene RDP-Server. Nachgesehen im Sicherheitsprotokoll, 14 Tage:
2756 fehlgeschlagene Anmeldungen, verteilt auf viele IPs
33 erfolgreiche von aussen -- alle von EINER IP, dem Anschluss des Betreibers
RDP war also nicht der Einbruchsweg. NLA ist aktiv. Trotzdem gehört der Zugang eingegrenzt — 2756 Versuche sind ein Dauerbeschuss.
Was geändert wurde
.gitconfiggesäubert — die zwei vergifteten Zeilen raus, 22 Zeilen übrig. Git funktioniert wieder beim ersten Versuch.- Port 3000 ist weg. Nicht auf localhost gebunden, sondern gar nicht mehr veröffentlicht. Von außen: keine Antwort.
- Der Proxy geht jetzt durchs interne Netz. NPM hängt zusätzlich in
gitea_defaultund sprichtgitea:3000an. Dafür musste der nginx-Resolver auf Dockers eigenen DNS (127.0.0.11) umgestellt werden — der alte stammte noch aus der Zeit, als NPM nur imbridge-Netz hing. INTERNAL_TOKENundSECRET_KEYgetauscht. Gefahrlos hier, weil weder 2FA noch externe Anmeldequellen eingerichtet sind (beides nachgezählt: 0)./api/internal/gibt am Proxy jetzt 404. Dritte Sperre: selbst wenn das Token erneut leckt, ist der Weg von außen zu. Gitea ruft diese Pfade nur containerintern über localhost.- Frisches Abbild. Der Container lief elf Tage mit dem Stand von damals —
gitea/gitea:latestheißt nicht, dass das Laufende aktuell ist.
Gegengeprüft, beides:
Port 3000 von aussen -> 000 (zu)
/api/internal/manager/add-logger -> 404 (gesperrt)
https://git.d4rkst3r.de/ -> 200
https://git.d4rkst3r.de/api/v1/version -> 200
grosse Uploads (LFS): 3 von 3 Direktiven noch da
Push aus diesem Projekt: geht, beim ersten Versuch
Repos gegen die lokalen Klone: identisch
Was noch offen ist
- Alle API-Token und Webhook-Geheimnisse als geleakt behandeln und
tauschen:
GITEA_TOKEN, das TokenClaude, Devlog- und Gitea-Webhooks. Nicht weil ein Diebstahl belegt ist, sondern weil er nicht ausgeschlossen werden kann. - Admin-Passwort ändern.
RDP eingrenzen— erledigt, siehe unten.- Beweise liegen unter
C:\backup\vorfall-2026-08-12\: die vergiftete.gitconfig, die ursprünglicheapp.ini, das vollständige Gitea-Log (24 MB) und die alte Compose-Datei.
Die Lehre, die über diesen Fall hinausgeht
Der offene Port war nie nötig. Der Proxy hätte von Anfang an über das interne Netz gehen können; die Veröffentlichung war Bequemlichkeit beim Einrichten. Sie stand elf Tage, und in dieser Zeit hat jemand sie gefunden.
Und: aufgefallen ist es nicht, weil etwas überwacht wurde, sondern weil der
Angreifer geschludert hat. Hätte er sein \n richtig gesetzt, liefe der
Miner noch — und die einzige Spur wäre eine erhöhte CPU-Last gewesen, die
niemandem auffällt.
Nachtrag 13.08.2026: RDP ist zu, der Zugang laeuft ueber einen Tunnel
sshd nimmt seit 00:2x nur noch Schluessel an — PasswordAuthentication no
und KbdInteractiveAuthentication no, denn unter Windows laeuft die
Passwortabfrage sonst ueber den zweiten Weg weiter. Die Zeilen stehen vor
dem ersten Match-Block; weiter unten waeren sie stillschweigend wirkungslos
gewesen.
Darkster@127.0.0.1: Permission denied (publickey).
RDP ist per Firewall gesperrt (TCP und UDP, alle Profile). Der Zugang geht
durch einen SSH-Tunnel; tools/tunnel-einrichten.ps1 richtet ihn auf dem
Heimrechner als Hintergrundaufgabe ein — ohne Fenster, mit Neuaufbau bei
Abbruch. Was niemand durchhaelt, wird umgangen, und am Ende steht wieder ein
offener Port.
Beides gemessen, und zwar von der richtigen Seite:
auf dem Server 127.0.0.1:3389 erreichbar (der Tunnel traegt)
::1 Typ 7, Darkster (RDP kam durch)
vom Heimrechner Test-NetConnection 88.218.224.10 -Port 3389
TcpTestSucceeded : False (von aussen zu)
Die Messung vom Server aus taugte dafuer nicht — Verkehr an die eigene oeffentliche Adresse durchlaeuft die Eingangsregeln nicht und meldete faelschlich "erreichbar". Zweimal in dieser Nacht in dieselbe Falle getappt, einmal bei Port 3000 und einmal bei 3389.
Seitdem laufen die Angriffe ins Leere:
00:53:12 Connection closed by invalid user root 31.77.227.120 [preauth]
alle 12 erfolgreichen Anmeldungen: eine IP, die des Betreibers
Nachtrag 13.08.2026, vormittags: die Inventur, und drei Irrtümer von mir
Was von außen wirklich offen war
Erst eine Messung vom Heimrechner hat die Lage geklärt — vom Server aus ist sie nicht zu beantworten:
vorher nachher
80 True (gewollt) 80 True
81 True NPM-Verwaltung 81 False
135 True Windows-RPC 135 False
3306 True MariaDB 3306 False
445/3389/5985/9000/9443/11000 durchweg False
Die Verwaltungsoberfläche des Reverse-Proxys und eine Datenbank standen offen
im Internet. Beides ist jetzt per Firewall gesperrt; die NPM-Oberfläche
erreicht man weiter über https://proxy.d4rkst3r.de, weil sie containerintern
auf 127.0.0.1:81 läuft.
⚠️ Irrtum 1: „Docker geht an der Windows-Firewall vorbei"
Falsch. Port 81 wird von Docker veröffentlicht, und die Sperrregel greift dort sehr wohl — nachgemessen von außen. Ich hatte das Gegenteil behauptet, nachdem ich es vom Server aus geprüft hatte, und deswegen sogar eine Regel wieder gelöscht. Verkehr an die eigene öffentliche Adresse durchläuft die Eingangsregeln nicht; diese Messung kann die Frage gar nicht beantworten.
⚠️ Irrtum 2: „Der MariaDB-root hat kein Passwort"
Falsch. Er hat eines — das FiveM benutzt. Dass ich ohne hineinkam, liegt an der Standardeinrichtung von MariaDB unter Windows:
"plugin": "mysql_native_password",
"auth_or": [ { }, { "plugin": "gssapi", "authentication_string": "SID:BA" } ]
auth_or heißt „oder": Passwort oder Windows-Authentifizierung, und
SID:BA ist die Gruppe der lokalen Administratoren. Ich war als Administrator
unterwegs. Ein Angreifer aus dem Internet hat keine Windows-Identität — MySQL
fällt als Einbruchsweg aus.
Meine Prüfung davor war kaputt (JSON_LENGTH auf eine Zeichenkette gibt immer
NULL), und statt das zu bemerken, habe ich das Ergebnis geglaubt.
Vergessene Dienste — der Verdacht des Betreibers war richtig
Caddy-AutoStart [Ready] beim Systemstart nie gelaufen
CloudflaredTunnel [Ready] beim Systemstart nie gelaufen
C:\Users\Darkster\.cloudflared\ Tunnel-Zugangsdaten vom 23.03.2026
Beide waren aktiv und wären beim nächsten Neustart angesprungen. Ein Tunnel
ist ein Eingang, der an jeder Firewall vorbeigeht, weil er von innen aufgebaut
wird. Umfang war eng (fivem-api.d4rkst3r.de → localhost:30121, wo nichts
lauscht), der Caddyfile leer. Beide Aufgaben sind abgeschaltet, nicht
gelöscht.
Offen für den Betreiber: den Tunnel 3a4a599b-… im Cloudflare-Konto
löschen. Solange er dort registriert ist, sind die Zugangsdaten auf der Platte
gültig.
Außerdem gefunden: Azure Arc (vier Dienste, seit 04.08., Status
Disconnected, ohne Abonnement) — vermutlich aus dem Anbieter-Abbild. Und
IPBan läuft, ein Brute-Force-Blocker.
Der Wächter
tools/waechter.ps1, alle 15 Minuten. Zählt die Ports, die auf allen Adressen
lauschen, und rechnet Prüfsummen über sshd_config,
administrators_authorized_keys, beide Compose-Dateien sowie Giteas app.ini
und .gitconfig. Gemeldet wird nur bei Änderung, und die Statusseite zeigt
den Stand.
Vor dem Einrichten an beiden Fällen bewiesen, statt es zu behaupten:
Testport 45999 geoeffnet -> "NEU offen: 45999"
Datei harmlos geaendert -> Meldung raus, HTTP 204
Datei zurueckgestellt -> "Wieder in Ordnung (Merker geleert)"
Er prüft zuerst, ob er überhaupt etwas sehen kann, und meldet sonst „ungültig" statt „sauber" — die Lehre aus zwei Suchen, die genau das verwechselt haben.