Test-NetConnection vom Heimrechner: TcpTestSucceeded False. Das war der letzte offene Punkt der Nacht. Die Messung vom Server aus taugte dafuer NICHT: Verkehr an die eigene oeffentliche Adresse durchlaeuft die Eingangsregeln nicht und meldete faelschlich "erreichbar". Zweimal in derselben Nacht in dieselbe Falle getappt, einmal bei Port 3000 und einmal bei 3389 -- beide Male hat erst die Messung von DRAUSSEN das Urteil gebracht. Dazu: sshd nimmt nur noch Schluessel (Passwort UND keyboard-interactive aus, vor dem ersten Match-Block), RDP per Firewall gesperrt, Zugang ueber tools/tunnel-einrichten.ps1 als Hintergrundaufgabe. Seitdem laufen die Angriffe ins Leere: "invalid user root ... [preauth]", und alle 12 erfolgreichen Anmeldungen kommen von einer einzigen IP. Co-Authored-By: Claude Opus 5 <noreply@anthropic.com>
7.0 KiB
Einbruch in den Gitea, 12.08.2026
Kein Ausfall, kein Datenverlust, kein laufender Schadcode — aber ein echter Schreibzugriff von außen. Das hier ist der Hergang, so wie er gemessen wurde, und was daraus geändert wurde.
Was passiert ist
21:13:56 POST /api/internal/manager/add-logger -> 200 OK
21:13:57 POST /api/internal/manager/remove-logger/... -> 200 OK
21:13:57 /data/gitea/home/.gitconfig neu geschrieben
Der Angreifer hat über Giteas interne Manager-API einen Datei-Logger auf
die .gitconfig gelegt, seine Nutzlast als Logzeile hineinschreiben lassen und
den Logger eine Sekunde später wieder entfernt. Der Vorgang räumt hinter sich
auf; ohne den Nebeneffekt wäre er unbemerkt geblieben.
Eingeschleust wurde ein packObjectsHook — ein Kommando, das Git bei jedem
upload-pack (also bei jedem Klonen und Ziehen) ausführt. Dekodiert:
- lädt
xmrigvon111.90.158.58bzw.111.90.139.202 - tarnt ihn als
/var/tmp/.gt_sys_healthmit Konfiguration daneben - schürft gegen
gulf.moneroocean.stream:443/:80, Worker-IDgitea, Wallet89wM69z64AMhAKAY… - verankert sich per
crontab(*/3 * * * *und@reboot) und/etc/cron.d/gt_sys - killt konkurrierende Miner und eigene Altfassungen
Warum trotzdem nichts lief
Die Nutzlast hat sich selbst zerschossen. Die eingeschleuste Zeile beginnt
mit [uploadpack]\n — wobei das \n als Text in der Datei steht und nicht
als Zeilenumbruch. Git kann die Datei damit nicht lesen, bricht mit
fatal: bad config line 23 ab, und der Hook wurde nie gültig.
Nachgemessen, im Container wie auf dem Wirt:
| Befund | |
|---|---|
| Miner-Prozess | keiner |
/var/tmp/.gt_*, /tmp/.gt_* |
nichts |
crontab, /etc/cron.d |
unverändert |
| Nutzlast in Repos | keine |
| Docker-Socket im Container | nicht gemountet — kein Ausbruch auf den Wirt |
| Gitea-Konten | eines, das eigene |
| Fremde Token oder SSH-Schlüssel | keine |
Der einzige Schaden war, dass alle Git-Operationen ausfielen — inklusive der Pushes aus diesem Projekt. Der Angriff ist nur daran aufgefallen.
Der Weg hinein
Gitea lag mit 0.0.0.0:3000 direkt im Internet, am Reverse-Proxy vorbei —
http://88.218.224.10:3000/ antwortete mit 200. Damit war auch
/api/internal/* von außen erreichbar; geschützt nur durch das
INTERNAL_TOKEN.
Woher der Angreifer das Token hatte, ließ sich nicht klären. Es steht in keinem Repo, und RDP war es nicht (siehe unten). Bleibt eine Lücke in Gitea 1.26.4 oder ein Leck, das hier nicht sichtbar ist. Genau deshalb ist die Antwort nicht „Token tauschen", sondern den Weg zumachen.
RDP: beschossen, nicht geknackt
Cloudflare meldete offene RDP-Server. Nachgesehen im Sicherheitsprotokoll, 14 Tage:
2756 fehlgeschlagene Anmeldungen, verteilt auf viele IPs
33 erfolgreiche von aussen -- alle von EINER IP, dem Anschluss des Betreibers
RDP war also nicht der Einbruchsweg. NLA ist aktiv. Trotzdem gehört der Zugang eingegrenzt — 2756 Versuche sind ein Dauerbeschuss.
Was geändert wurde
.gitconfiggesäubert — die zwei vergifteten Zeilen raus, 22 Zeilen übrig. Git funktioniert wieder beim ersten Versuch.- Port 3000 ist weg. Nicht auf localhost gebunden, sondern gar nicht mehr veröffentlicht. Von außen: keine Antwort.
- Der Proxy geht jetzt durchs interne Netz. NPM hängt zusätzlich in
gitea_defaultund sprichtgitea:3000an. Dafür musste der nginx-Resolver auf Dockers eigenen DNS (127.0.0.11) umgestellt werden — der alte stammte noch aus der Zeit, als NPM nur imbridge-Netz hing. INTERNAL_TOKENundSECRET_KEYgetauscht. Gefahrlos hier, weil weder 2FA noch externe Anmeldequellen eingerichtet sind (beides nachgezählt: 0)./api/internal/gibt am Proxy jetzt 404. Dritte Sperre: selbst wenn das Token erneut leckt, ist der Weg von außen zu. Gitea ruft diese Pfade nur containerintern über localhost.- Frisches Abbild. Der Container lief elf Tage mit dem Stand von damals —
gitea/gitea:latestheißt nicht, dass das Laufende aktuell ist.
Gegengeprüft, beides:
Port 3000 von aussen -> 000 (zu)
/api/internal/manager/add-logger -> 404 (gesperrt)
https://git.d4rkst3r.de/ -> 200
https://git.d4rkst3r.de/api/v1/version -> 200
grosse Uploads (LFS): 3 von 3 Direktiven noch da
Push aus diesem Projekt: geht, beim ersten Versuch
Repos gegen die lokalen Klone: identisch
Was noch offen ist
- Alle API-Token und Webhook-Geheimnisse als geleakt behandeln und
tauschen:
GITEA_TOKEN, das TokenClaude, Devlog- und Gitea-Webhooks. Nicht weil ein Diebstahl belegt ist, sondern weil er nicht ausgeschlossen werden kann. - Admin-Passwort ändern.
RDP eingrenzen— erledigt, siehe unten.- Beweise liegen unter
C:\backup\vorfall-2026-08-12\: die vergiftete.gitconfig, die ursprünglicheapp.ini, das vollständige Gitea-Log (24 MB) und die alte Compose-Datei.
Die Lehre, die über diesen Fall hinausgeht
Der offene Port war nie nötig. Der Proxy hätte von Anfang an über das interne Netz gehen können; die Veröffentlichung war Bequemlichkeit beim Einrichten. Sie stand elf Tage, und in dieser Zeit hat jemand sie gefunden.
Und: aufgefallen ist es nicht, weil etwas überwacht wurde, sondern weil der
Angreifer geschludert hat. Hätte er sein \n richtig gesetzt, liefe der
Miner noch — und die einzige Spur wäre eine erhöhte CPU-Last gewesen, die
niemandem auffällt.
Nachtrag 13.08.2026: RDP ist zu, der Zugang laeuft ueber einen Tunnel
sshd nimmt seit 00:2x nur noch Schluessel an — PasswordAuthentication no
und KbdInteractiveAuthentication no, denn unter Windows laeuft die
Passwortabfrage sonst ueber den zweiten Weg weiter. Die Zeilen stehen vor
dem ersten Match-Block; weiter unten waeren sie stillschweigend wirkungslos
gewesen.
Darkster@127.0.0.1: Permission denied (publickey).
RDP ist per Firewall gesperrt (TCP und UDP, alle Profile). Der Zugang geht
durch einen SSH-Tunnel; tools/tunnel-einrichten.ps1 richtet ihn auf dem
Heimrechner als Hintergrundaufgabe ein — ohne Fenster, mit Neuaufbau bei
Abbruch. Was niemand durchhaelt, wird umgangen, und am Ende steht wieder ein
offener Port.
Beides gemessen, und zwar von der richtigen Seite:
auf dem Server 127.0.0.1:3389 erreichbar (der Tunnel traegt)
::1 Typ 7, Darkster (RDP kam durch)
vom Heimrechner Test-NetConnection 88.218.224.10 -Port 3389
TcpTestSucceeded : False (von aussen zu)
Die Messung vom Server aus taugte dafuer nicht — Verkehr an die eigene oeffentliche Adresse durchlaeuft die Eingangsregeln nicht und meldete faelschlich "erreichbar". Zweimal in dieser Nacht in dieselbe Falle getappt, einmal bei Port 3000 und einmal bei 3389.
Seitdem laufen die Angriffe ins Leere:
00:53:12 Connection closed by invalid user root 31.77.227.120 [preauth]
alle 12 erfolgreichen Anmeldungen: eine IP, die des Betreibers